Noah´s Geschichte, neu erzählt

„Meine Güte“, sprach Gott einst zu sich selbst, „was habe ich da nur angerichtet? Statt dass die Menschen sich vertragen sind sie ständig dabei zu streiten, sich zu schlagen und zu töten, und obendrein zerstören sie auch noch die ganze Welt! Dafür habe ich mir doch nicht eine Woche lang soviel Arbeit gemacht! Das muss ein Ende haben!“ Aber wie? Er überlegte und sagte schließlich: „Wasser! Ganz viel Wasser! Ist fies, aber effektiv, weiß ich auch, aber jeder kriegt, was er verdient.“

Jetzt hatte ihn der ganze Schöpfungsakt ziemlich angestrengt, und um sich etwas Arbeit zu sparen guckte er sich schließlich Noah aus, der ohne Tadel war und der einzige, der ganz in seinem Sinne gelebt hatte. Er war verheiratet und hatte zudem drei ebenfalls verheiratet Söhne, was er als gesunde Basis dafür erachtete, dass nach dem großen Regen wieder menschliches Leben auf der Welt entstehen konnte. Auch für die Tiere hatte er bereits eine Idee.

Er sprach zu Noah: „Pass auf, folgender Plan: du baust einen Kasten aus Tannenholz, nennen wir ihn mal „Arche“, und weil du so etwas noch nie gemacht hast gebe ich dir mal die Maße vor: 300 Ellen lang, 50 Ellen breit und 30 Ellen* hoch. Weitere Details bekommst du noch. Wenn du fertig bist gehst du mit deiner Frau, deinen Söhnen und deren Frauen an Bord. Nimm zusätzlich von allen Tieren, Vögel, Vieh, Gewürm, egal, jeweils ein Paar, Männlein und Weiblein, mit an Bord. Du hast sieben Tage Zeit zum Bauen, danach lasse ich es regnen, vierzig Tage lang, ohne Unterlass. Wenn du keine weiteren Fragen hast leg los!“

* für alle, die es genau wissen wollen: 133,5 m lang, 22,3 m breit und 13,4 m hoch

Noah baut die Arche

Noah fing an zu bauen und kam dabei hin und wieder ganz schön aus der Puste, schließlich war ja auch nicht mehr der Jüngste. Aber schaffte es, rechtzeitig fertig und an Bord zu sein. Schließlich sperrte Gott persönlich die Tür hinter ihm zu.

Noah geht an Bord

Kaum waren sie an Bord ging tatsächlich der große Regen los, immer höher stieg das Wasser bis selbst die höchsten Berge überflutet und die gesamte Menschheit vernichtet war. 150 Tage ging das so bis Gott der Meinung war, dass es irgendwann einmal gut sein müsste. Der Regen hörte auf, der Pegel fiel, und Noah landete mit seinem Gefährt auf der Spitze eines Berges.

Die Sintflut

Um zu testen, ob die Umgebung wieder begehbar ist ließ er zunächst einen Raben, später noch eine Taube los. Sie kamen wieder zur Arche zurück, weil sie wegen des immer noch anhaltenden Hochwassers nirgendwo landen konnten. Eine Woche später: zweiter Versuch mit der Taube, und dieses Mal hatte sie bei der Rückkehr den Zweig eines Ölbaums im Schnabel.

Die Taube kehrt zurück

Da wusste Noah, dass das Wasser wieder abgelaufen war und er mit den Weggefährten an Land gehen konnte. Ein wenig komisch war es schon, als einzige weit und breit auf der Welt zu sein, aber Noah freute sich, dass er und die Seinen dazu auserwählt waren.

Noah verlässt die Arche

Er bedankte sich bei Gott, aber der sprach: „Da nicht für! Es gibt jetzt viel zu tun für dich. Seid vor allem fruchtbar und mehrt euch, damit ihr nicht allein bleibt und ihr wieder ganz viele werdet.“

Zudem machte er Noah und seinen Nachkommen das Versprechen, dass es nie wieder zu einer Sintflut kommt. Und als Zeichen für diesen Bund ließ er am Himmel einen wunderschönen Regenbogen erstrahlen.

Noah dankt Gott

Text & Fotos: Michael Markolwitz

Wenn ihr bei eurem nächsten Besuch den Kölner Dom durch das Westportal betretet, dann schaut einmal im Erdgeschoß des Nordturms (= Bahnhofsseite) nach links oben. Im linken der beiden Fenster findet ihr Darstellungen von der Erschaffung der Welt bis zum Jüngsten Gericht. Klar, dass Noah da nicht fehlen darf. Die Fenstermalereien wurden ursprünglich von dem Wiener Künstler Johannes Klein entworfen; leider fielen die Originale den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Die Glaskünstler der Dombauhütte konnten anhand der noch vorhandenen Vorlagen farblich sehr gelungene Reproduktionen herstellen. Für die Fotos auf dieser Seite habe ich die sechs Fenster, die sich mit unserem Namensgeber beschäftigen, etwas näher in Augenschein genommen.

© 2019 Chor Arche Noah